Kühlschrank

Kühlschrank-Temperatur: Wie kalt ist richtig – und welche Stufe passt?

· Arik Wenger · Lesezeit ca. 12 Min.

Stell den Kühlschrank auf höchstens 7 °C, besser auf 5 °C oder etwas darunter: Das empfehlen das deutsche BfR (2023), der Verein foodwaste.ch und die österreichische AGES (1–5 °C). Fleisch, Geflügel und Fisch lagerst du unter 5 °C (BLV), das Gefrierfach sollte −18 °C oder kälter sein. Die Zahl am Regler ist keine Gradangabe: Ob die Temperatur stimmt, zeigt nur ein Thermometer, mit dem du an mehreren Stellen nachmisst (BfR 2023).

Wie kalt dein Kühlschrank wirklich ist, weisst du vermutlich nicht genau, und damit bist du nicht allein. In einer Online-Umfrage des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2020 lag die Durchschnittstemperatur in privaten Kühlschränken bei 5,5 °C, doch nur die Hälfte der Befragten hatte eine Temperaturanzeige oder ein Thermometer im Gerät. Hier liest du, was Fachstellen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich empfehlen, was die Stufe am Regler bedeutet und was jedes Grad Strom kostet.

Die richtige Kühlschrank-Temperatur: Empfehlungen aus CH, DE und AT

Fachstellen für Lebensmittelsicherheit und für Energieberatung nennen leicht unterschiedliche Zahlen. Für die Einstellung des Kühlschranks empfiehlt aber keine von ihnen mehr als 7 °C.

SchweizDeutschlandÖsterreich
Kühlschrank (Lebensmittelsicherheit)5 °C (foodwaste.ch, Verein); Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte unter 5 °C (BLV)höchstens 7 °C, besser unter 5 °C (BfR 2023); höchstens 7 °C (Verbraucherzentrale 2025)1 bis 5 °C optimal (AGES 2025)
Kühlschrank (Energieberatung)7 °C (EnergieSchweiz)7 °C reichen (Umweltbundesamt 2026); 7 °C auf der obersten Ebene (Verbraucherzentrale 2026)7 °C reichen (oesterreich.gv.at 2025); kälteste Zone höchstens 2 °C (klimaaktiv)
Gefrierfach, Gefrierschrank−18 °C reichen (EnergieSchweiz)−18 °C reichen (Umweltbundesamt 2026)nicht wärmer als −18 °C (gesundheit.gv.at 2022); zumindest −18 °C, besser darunter (AGES 2025)
Vorschriften für BetriebeTiefgefrorenes −18 °C oder kälter; Hackfleisch 2 °C, Geflügel 4 °C (Hygieneverordnung HyV, Art. 25 und 29)Tiefgefrorenes an allen Punkten mindestens −18 °C (Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel); Norm DIN 10508: leicht Verderbliches höchstens 7 °C, vorverpacktes Hackfleisch höchstens 2 °C (beides laut BfR 2023)EU-Recht: Hackfleisch höchstens 2 °C, Fleischzubereitungen höchstens 4 °C (VO (EG) Nr. 853/2004)
Privathaushaltkeine gesetzliche Vorgabe: Das Lebensmittelgesetz gilt nicht für die häusliche Lagerung zum privaten Gebrauch (LMG Art. 2 Abs. 4)keine grundsätzliche Temperaturanforderung (BfR 2023); die EU-Hygieneverordnung gilt nicht für die häusliche Lagerung (VO (EG) Nr. 852/2004, Art. 1)keine gesetzliche Vorgabe: Die EU-Hygieneverordnung gilt nicht für die häusliche Lagerung (VO (EG) Nr. 852/2004, Art. 1)

Dass es für die eigene Küche keine Vorschrift gibt, begründet das BfR so: Die passende Temperatur müsse für jedes Lebensmittel einzeln festgelegt werden. Die Regeln für Betriebe zeigen trotzdem, worauf es ankommt.

💡 Energie oder Sicherheit: Wie passen 7 °C und 5 °C zusammen?

Die Energieberatung hält 7 °C für ausreichend, die Lebensmittelsicherheit rät zu 5 °C oder weniger. Beides verträgt sich, wenn du 7 °C als Obergrenze verstehst. Laut BfR beeinflusst es die meisten Lebensmittel kaum, wenn ein 4 °C kalter Kühlschrank um bis zu 2 Grad wärmer wird. Steigt die Temperatur dagegen von 7 °C aus um bis zu 2 Grad, können leicht verderbliche Lebensmittel schneller verderben und Krankheitserreger sich vermehren. Leicht Verderbliches lagerst du deshalb so kalt wie möglich und hältst dich an die Lagerangabe auf der Packung (BfR 2023).

Warum die Temperatur so wichtig ist

Kälte tötet Keime nicht ab, sie bremst sie: Durch Kühlen wird die Vermehrung der meisten Bakterien verlangsamt oder gestoppt, und leicht verderbliche Lebensmittel halten länger. Falsche Kühlung zählt laut BfR neben mangelnder Hygiene zu den wichtigen Auslösern lebensmittelbedingter Erkrankungen (BfR 2023).

Dazu kommt das Geld: Was zu warm liegt, verdirbt früher und landet im Abfall. Mehr dazu in Food Waste vermeiden: 11 Tipps.

Kühlschrank-Zonen: wo es wie kalt ist

Kalte Luft sinkt nach unten, deshalb ist es im Kühlschrank nicht überall gleich kalt. Bei herkömmlichen Geräten mit statischer Kühlung können sich die Zonen um bis zu 10 Grad unterscheiden (Verbraucherzentrale 2026).

ZoneRichtwertQuelle
Oben5–8 °CBAFU 2024; gesundheit.gv.at 2022
Mitte4–5 °C (AT: +4 °C)BAFU 2024; gesundheit.gv.at 2022
Unten, auf der Glasplatte über dem Gemüsefach (kälteste Zone)2–4 °C (DE: 0–4 °C; AT: 0 bis +2 °C)BAFU 2024; Zu gut für die Tonne! 2025; gesundheit.gv.at 2022
Gemüsefachca. 8 °C (AT: +8 bis +10 °C)BAFU 2024; gesundheit.gv.at 2022
Türca. 10–12 °CZu gut für die Tonne! 2025

Manche Geräte haben zusätzlich eine Kaltlagerzone mit 0 bis +3 °C (Verbraucherzentrale 2026). Dort oder unten nahe der Rückwand lagerst du laut BfR rohes Fleisch, Geflügel und Fisch. Was sonst wohin gehört, erklärt unser Ratgeber Was in welche Zone gehört: Lebensmittel richtig lagern.

Welche Stufe ist richtig?

Die Zahlen auf dem Drehregler sind Stufen, keine Grad. Das Umweltbundesamt bezeichnet die niedrigste Stufe als die wärmste (UBA 2026). Eine Broschüre der Verbraucherzentrale NRW nennt als Orientierung für 7 °C „Stufe 2 oder 3“ und ergänzt, dass man die Temperatur mit einem Thermometer messen kann (2022).

Eine Umrechnung von Stufe in Grad, die für alle Geräte gilt, haben wir bei den Fachstellen nicht gefunden. Verlass dich deshalb nicht auf die Zahl am Regler: Ob die gewählte Stufe die gewünschte Temperatur erreicht, zeigt dir ein Kühlschrankthermometer (Verbraucherzentrale 2026).

Kühlschrank-Temperatur richtig messen

Eine genaue Messanleitung, zum Beispiel wie lange das Thermometer liegen muss, geben die von uns geprüften Fachstellen nicht.

Gefrierschrank und Gefrierfach: −18 °C

Für Tiefgefrorenes gilt in der Lebensmittelbranche −18 °C oder kälter: in der Schweiz nach der Hygieneverordnung (HyV Art. 25), in Deutschland nach der Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel, nach der die Temperatur an allen Punkten des Lebensmittels mindestens −18 °C betragen muss (zitiert nach BfR 2023). Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum von Tiefkühlprodukten bezieht sich immer auf −18 °C (Verbraucherzentrale 2026). Für zu Hause nennen gesundheit.gv.at, EnergieSchweiz und das Umweltbundesamt denselben Wert, die AGES rät zu zumindest −18 °C, besser etwas darunter.

Und wenn es im Gefrierfach einmal wärmer wird? Das BfR ordnet ein: Steigt die Temperatur im Haushalt auf bis zu −12 °C, kann die Qualität leiden und die Haltbarkeit kürzer werden, etwa durch Gefrierbrand. Das gesundheitliche Risiko durch Bakterien steigt dadurch aber nicht, weil die meisten lebensmittelrelevanten Bakterien sich schon zwischen −5 und −8 °C nicht mehr vermehren (BfR 2023).

Was die Sterne am Gefrierfach bedeuten

KennzeichnungTemperaturEignung
*−6 °C und kälternur bereits Tiefgefrorenes, kurze Zeit
**−12 °C und kälternur bereits Tiefgefrorenes, kurze Zeit
***−18 °Claut Verbraucherzentrale nur bereits Tiefgefrorenes, kurze Zeit
****−18 °C und kälterauch zum Einfrieren frischer Lebensmittel

Quelle der Tabelle ist die Verbraucherzentrale (2026). Das österreichische Gesundheitsportal zieht die Grenze etwas anders: Nur Fächer mit einem oder zwei Sternen eignen sich dort nicht zum langfristigen Lagern, drei und vier Sterne erreichen mindestens −18 °C (gesundheit.gv.at 2022). Zum Einfrieren frischer Lebensmittel ist das Vier-Sterne-Fach gedacht. Wie lange Gefriergut hält, steht im Ratgeber Lebensmittel richtig einfrieren.

Strom sparen: Was jedes Grad kälter kostet

Kälter als nötig kostet Strom. Diese Zahlen nennen die Fachstellen:

Wärmer als 7 °C empfiehlt allerdings auch die Energieberatung nicht. Mehr sparst du mit diesen belegten Massnahmen:

Zu warm, zu kalt: Sommer, Ferien, Stromausfall

Warum es im Kühlschrank zu warm wird

Häufige Gründe sind ein zu voller Kühlschrank, in dem die kalte Luft nicht zirkulieren kann (BfR 2023), eine undichte Türdichtung (Verbraucherzentrale 2025), häufiges oder langes Öffnen der Tür (BfR 2023) und warme Speisen (UBA 2026). Zu kalt ist vor allem teuer. Was davon zutrifft, zeigt verlässlich nur das Thermometer.

Im Sommer

Hohe Temperaturen begünstigen, dass sich Keime vermehren und Lebensmittel verderben (Verbraucherzentrale 2025). Gekühltes und Tiefgekühltes kaufst du deshalb zuletzt ein, bringst es rasch nach Hause und nimmst bei längeren Wegen eine Kühlbox oder Isoliertasche mit (BfR 2023; Verbraucherzentrale 2025). Brot gehört sonst nicht in den Kühlschrank, bei sehr heissem, schwülem Wetter ist das eine Ausnahme (BZfE 2025). Ob man den Regler im Sommer kälter stellen soll, sagen die Fachstellen nicht; nachmessen schafft Klarheit.

In den Ferien

Fährst du länger weg, kannst du den Kühlschrank auf die niedrigste, also wärmste Stufe stellen (UBA 2026) oder ihn leeren und ausschalten. Neuere Geräte haben teils eine Ferienschaltung (Verbraucherzentrale 2026). Vor dem Sommerurlaub ist ausserdem ein guter Zeitpunkt zum Abtauen (Zu gut für die Tonne! 2025).

Bei Stromausfall

Checkliste: Kühlschrank-Temperatur in 5 Minuten prüfen

  1. Thermometer hinlegen: an mehreren Stellen messen, mindestens oben und unten auf der Glasplatte über dem Gemüsefach.
  2. Mit den Richtwerten vergleichen: im Kühlschrank höchstens 7 °C, besser um 5 °C; in der kältesten Zone für Fleisch und Fisch unter 5 °C; im Gefrierfach −18 °C oder kälter.
  3. Zu warm? Regler kälter stellen, Kühlschrank nicht überfüllen, Türdichtung mit dem Papierstreifen testen, Tür nur kurz öffnen.
  4. Zu kalt? Regler wärmer stellen. Jedes Grad spart rund 6 Prozent Strom, solange du nicht über 7 °C kommst.
  5. Gerät prüfen: Gefrierfach vereist? Abtauen. Steht der Kühlschrank neben Herd, Heizung oder in der Sonne? Wenn möglich umstellen.
  6. Dranbleiben: regelmässig wieder messen.

So hilft Kühlbär dabei

Gleich vorweg: Kühlbär misst keine Temperatur, dafür brauchst du ein Thermometer. Die App kümmert sich um den zweiten Teil, nämlich darum, dass gekühlte Lebensmittel gegessen werden, bevor sie ablaufen. In Kühlbär führst du Kühlschrank, Gefrierfach und Vorrat getrennt und erfasst Produkte per Barcode-Scan über Open Food Facts. Für das Ablaufdatum schlägt die App ein Datum nach Produktart vor, das du anpassen kannst.

Der Filter „Läuft ab“ zeigt, was zuerst gegessen werden sollte, etwa vor den Ferien, und weil das Gefrierfach eine eigene Liste hat, siehst du nach einem Stromausfall, was darin lag. Die Erinnerung vor dem Ablaufdatum meldet sich standardmässig 3 Tage und 1 Tag vorher um 9 Uhr, mit Premium wählst du 1, 2, 3, 5 oder 7 Tage und die Uhrzeit frei. Dazu kommen Einkaufsliste, kostenloses Teilen mit der Familie und der Spar-Counter. Bis 35 Artikel ist Kühlbär gratis (Preise und Premium).

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Richtig gekühlt und rechtzeitig gegessen

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Häufige Fragen

Welche Temperatur sollte der Kühlschrank haben?

Höchstens 7 °C, besser 5 °C oder etwas darunter. Das BfR nennt 7 °C als Obergrenze und rät zu unter 5 °C, foodwaste.ch empfiehlt 5 °C, die AGES 1 bis 5 °C. Fleisch, Geflügel und Fisch lagerst du laut BLV unter 5 °C, am besten unten auf der Glasplatte über dem Gemüsefach.

Welche Stufe sollte der Kühlschrank haben?

Eine einheitliche Umrechnung von Stufe in Grad nennen die Fachstellen nicht, denn die Zahlen am Regler sind Stufen, keine Grad. Die Verbraucherzentrale NRW gibt als Orientierung für 7 °C Stufe 2 oder 3 an, das Umweltbundesamt bezeichnet die niedrigste Stufe als die wärmste. Ob deine Einstellung passt, zeigt nur ein Kühlschrankthermometer.

Sind 7 Grad im Kühlschrank zu warm?

7 °C ist die Obergrenze, nicht der Idealwert für alles. EnergieSchweiz und das Umweltbundesamt halten 7 °C für ausreichend. Das BfR weist aber darauf hin, dass leicht verderbliche Lebensmittel schneller verderben können, wenn ein 7 °C warmer Kühlschrank um bis zu 2 Grad wärmer wird. Für Fleisch, Fisch und gekochte Reste sind unter 5 °C besser.

Wie kalt muss ein Gefrierschrank sein?

−18 °C oder kälter. Diesen Wert nennen gesundheit.gv.at, die AGES, EnergieSchweiz und das Umweltbundesamt, und auch die Mindesthaltbarkeit von Tiefkühlware bezieht sich darauf. Steigt die Temperatur im Haushalt auf bis zu −12 °C, kann laut BfR die Qualität leiden, das gesundheitliche Risiko steigt dadurch aber nicht.

Wie viel Strom spart ein Grad wärmer im Kühlschrank?

Rund 6 Prozent pro Grad, sagen die Verbraucherzentrale und das österreichische Verwaltungsportal oesterreich.gv.at. Das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung nennt für 7 statt 5 °C je nach Gerät etwa 15 Prozent. Wärmer als 7 °C empfiehlt aber auch die Energieberatung nicht.

Wo misst man die Temperatur im Kühlschrank?

An mehreren Stellen, rät das BfR. Die Verbraucherzentrale bezieht ihren 7-°C-Richtwert auf das obere Fach. Für Fleisch und Fisch zählt die kälteste Zone unten auf der Glasplatte über dem Gemüsefach. Am einfachsten geht das mit einem Kühlschrankthermometer.

Was mache ich bei Stromausfall mit dem Gefrierschrank?

Tür geschlossen lassen. Ein gut gefülltes Gefriergerät hält das Gefriergut laut BfR über viele Stunden ausreichend kalt, wenn du es in den ersten Stunden nicht öffnest. Angetautes Gegartes und rohes Pflanzliches darf laut BfR wieder eingefroren werden, rohes Fleisch, Geflügel und Fisch erst nach vollständigem Durcherhitzen. Das Schweizer BLV rät grundsätzlich, Aufgetautes nicht erneut einzufrieren.

Quellen